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Die Kosten der Ruhe vor dem Sturm Drucken E-Mail
von Norbert Nelte   
19.12.2007
rettetkapitalismus.jpgScharf-links blinken, rechts abbiegen

Die reformistische Minderheitsfraktion um Edith Bartelmus-Scholisch hat sich vom NLO getrennt, ein Schritt, der bei dem derzeitigen Stand des Klassenkampfes logisch war.

Die WASG hatte sich bei den großen Montagsdemos gegründet. Die NLO sind die Reste, die den PDS-Kurs nicht mitgehen wollten, das NLO war also ein Bündnis von Revolutionären und Reformisten mit der Montagsdemoperspektive. Dieser Anspruch hat sich nicht bewahrheitet, im Gegenteil, die Bewegung entwickelt sich momentan weiter zurück und es existiert kein Knoten mehr, der die beiden Kräfte zusammenhalten könnte. Edith B.S. ist mit den Reformisten gegangen, weil ihre Organisation ISL schon immer der SPD hintergetrabt ist. Z.B. hat sie einmal in Essen auf einer NLO-Veranstaltung, auf der der NLO-Referent wie vorher von der NLO-Basis in NRW das einstimmig beschlossen hatte (auch mit ihrer Stimme), die Kriegsgefahr gegen den Iran aufgezeigt. Obwohl sie als Rate an die Beschlüsse der Basis gehalten sind, fielen sie dem Referent in den Rücken und glaubte nicht mehr an die Kriegsgefahr.

Wenn man die Weltkriegsgefahr sieht, kann das nur mit einer Revolution gelöst werden. Edith B.S. glaubt aber zusammen mit den Reformisten an Möglichkeiten des bürgerlichen Parlamentes und muss deshalb an den Nichtkrieg glauben, in einer Situation, wo wir schon in Afgahanistan, dem Irak und einem stellvertretend für die Amerikaner geführten Krieg in Somalia erleben und eher sich die Situation zu einem Weltkrieg zwischen USA/Europa (Alliierten) und China/Russland (Shanghai-Bündnis) hin entwickelt. Die Reformisten dürfen diese Gefahr nicht sehen, weil sie als Antirevolutionäre keine Antwort darauf haben, die heißt nun mal Revolution, anders geht's nimmer. Deshalb verstieg sich der andere anwesende reformistische Rat Joga Twickel zu der Aussage, dass wir uns schon auf die Demokaten verlassen könnten, die würden einen weiteren Krieg verhindern. Nur, dann sind wir verlassen.

Konkret hat EBS ihren Abgang mit einem Schritt bei der Linken Zeitung vorbereitet. Wir hatten uns als Redaktionskollektiv entsprechend des NLO-Gründungsprogrammes auch ein zum Sozialismus weisendes Gründungsprogramm gegeben, auch mit Ediths Stimme. Sie hatte den Hauptadministrator gemacht, bestimmte also die Hauptseite. Dort nahm sie ab August, ohne das mit uns zu diskutieren, plötzlich hälftig immer mehr Reformisten rein (Attac, Pax Chriti, WWF, DKP, Frauenpartei). Wir konnten sie von ihrem Kurs nicht abkriegen und mussten ihr letztlich die Hauptadministration entziehen, sie hätte aber noch normale Redakteurin weiterarbeiten können. Sie verschickte auch in unserem Auftrag das LZ-Newsletter und wir forderten von ihr, die Adressen allen Redakteuren zu geben. Edith gab uns aber nicht die Adressen, spaltete und gründete eine neue Gruppe. Nun müssen wir die Newsletter-Adressen neu sammeln, sie hat unsere alten unterschlagen.

Eine Zeitung, halb revolutionär und halb reformistisch bringt nichts, dann verlierst du die einen Leser, gewinnst aber nicht die anderen. Zum Beispiel die persönlichen Zugriffszahlen vom Autor lagen bis August bei tgl. 302. Dann stellte Edith immer mehr reformistische Artikel ein und sie fielen im September auf 224 und im Oktober sogar noch mal auf 211. Nun übernahm die revolutionäre Mehrheit wieder die Hauptadministration, es wurden keine reformistischen Artikel mehr eingestellt und die persönlichen Zugriffszahlen stiegen wieder im November auf 321. Im Dezember stiegen sie sogar bis jetzt auf 388. Die Gesamtzahlen entwickelten sich ähnlich. Von daher alleine mussten die Revolutionäre wieder das Ruder übernehmen. Die neuen Artikel entwickeln sich noch etwas schwach, aber das ist nun mal dem Leserwechsel geschuldet und den unterschlagenen NL-Adressen, wir sind aber zuversichtlich, dass wir auch für die neuen Artikel eine Leserschaft in der alten Höhe finden werde. Das NLO wird trotz „Fahnenflucht" der Reformisten rechtzeitig zum Sturm gegen die Bankenkrise gerüstet sein.

 
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