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Kurzkommentar zu Martin Mitterhauser: NLO am Scheideweg Drucken E-Mail
von Joga Twickel   
27.11.2007
arbeitermacht.jpgGAM am Scheideweg

In den letzten Monaten hat sich im Netzwerk Linke Opposition (NLO), einst aus dem Kampf gegen die politische Liquidation der WASG entstanden, ein Konflikt zwischen einer Gruppe von selbernannten revolutionären Avantgardisten um die Gruppe Arbeitermacht (GAM) und dem übrigen NLO entscheidend zugespitzt.

Die selbsternannte Avantgarde will das NLO zu einer zentralistisch demokratischen Kaderorganisation zum Aufbau einer revolutionären Arbeiterpartei umformen. Dementsprechend 'reinigte' sie die Redaktion der LZ und führt sie jetzt stramm zensiert in ihrem Sinn. Welche Basis diese hauptsächlich im Rat des NLO und der 'gereinigten' Redaktion der LZ versammelte Gruppe als Rückhalt in Berlin, Hessen, Hamburg und Brandenburg hat, ist unklar, da es bisher außer aus NRW keine brauchbaren Mitgliederlisten des NLO gibt. Die große Mehrheit der Mitglieder des NLO in NRW, Niedersachsen, Mecklenburg Vorpommern und Bremen steht klar hinter den Felsberger Beschlüssen für ein möglichst breites Netzwerk antikapitalistischer Organisationen und Einzelpersonen auf radikal basisdemokratischer Grundlage, um eine starke und effiziente politische Kraft links von der LINKEn aufzubauen. Da die Redaktion der Linkenzeitung von der GAM- Strömung übernommen wurde, sahen sich diese Kräfte gerade genötigt, die neue Onlinezeitung http://www.scharf-links.de/ ins Leben zu rufen, um sie als undogmatische, gegeninformative und emanzipative Plattform führen zu können, die offen ist für eine solidarische linke Bewegung.

Wie sich die wenigen Mitglieder des NLO in Sachsen und Baden Würtemberg hier positionieren, ist mir nicht klar.

Erfreulicherweise hat sich die drückende und - an ihrem Rückhalt an der Basis gemessen - völlig unverhältnismäßige Überzahl der 'Avantgardisten' im bundesweiten Rat des NLO von 8:4 Mitte des Jahres inzwischen durch die Gründung neuer Basisgruppen und Abwahl durch die Basis auf 8:7 verringert (wobei hier der Delegierte von Sachsen unberücksichtigt ist, da mir seine Position nicht bekannt ist).

Diese Veränderung der Ratsmehrheit in Richtung Repräsentanz der Basis macht den Vertretern der GAM - Strömung inzwischen Sorgen, die ihre Felle schwimmen sehen, wenn die Basis erst wirklich anteilmäßig im Rat repräsentiert ist.
Daher läuft, wie auch in dem Artikel von Martin Mitterhauser, von ihrer Seite aus eine Kampagne von Desinformation, Diffamierung und Verdrehung ( Einsortierung der NLO Ländergruppen in den revolutionären linken und revisionistischen rechten Flügel; Verbreitung der Mär, beide Flügel seien gleichgroß; schon die Kritik am Kasseler Aufruf sei als schädlich bezeichnet worden ) Sinn dieser Kampagne ist anscheinend, schwankende Mitglieder des NLO auf ihre Seite zu ziehen. Das durchsichtige Manöver geht bereits seit geraumer Zeit nach hinten los. Die jüngste Spitzenleistung in dieser Schmutzkampagne lieferte der hessische GAM Vertreter im Rat, Detlef Mühling, als er schrieb, ich scheine ihm ein Verehrer des Arbeitermörders Zörgiebel zu sein.

Die reale Klärung des NLO wird auf der für das Frühjahr geplanten Vollversammlung erfolgen. Da wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Und die GAM Vetreter werden sich entscheiden müssen, ob sie in einem radikal basisdemokratischen Netzwerk endlich solidarisch mitmachen wollen, oder außerhalb ihre zentralistischen Kaderpläne in "splendid isolation" weiterführen wollen.
Letzte Aktualisierung ( 01.01.2008 )
 
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