| Der schwierige Weg der NLO von einer bürgerlichen zu einer antikapitalistischen Organisation. |
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| 28.10.2007 | |
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Die NLO dagegen sieht, dass eine gerechte Sozialverteilung in einem bürgerlichen Parlament nicht mehr zu verwirklichen ist und setzt daher voll auf die außerparlamentarische Arbeit. Das ökonomische System, das die Umverteilung von oben nach unten leisten könnte, ist dabei noch nicht klar ausgearbeitet, es herrschen dabei noch unterschiedliche Vorstellungen, aber nicht nur zwischen denen, die sich klar zum Marxismus bekennen und denen, die eine kritische Haltung gegen den „Sozialismus" haben, sondern der Unterschied geht durch alle Geisteshaltungen quer durch. Er reicht bei den Nichtmarxisten von einem „gerechten" Verteilungssystem im Kapitalismus bis zu vagen Vorstellungen jenseits des Kapitalismus. Aber auch bei den Marxisten reicht es von einer linken Diktatur wie Kuba bis hin zu basisdemokratischen Arbeiterräten, sogar dezentralen bei den Anarchisten. Die Frage des ökonomischen Systems steht aber auch nicht an und niemand geht davon aus, dieses ohne massive Aufstände verwirklichen zu können. In den Fragen der aktuellen konkreten Forderungen blicken die Marxisten auf eine lange Tradition zurück, „reformistische" Forderungen zu unterstützen oder selber zu stellen, die den kapitallosen nutzen und dem Kapital schaden. Obwohl sie letztlich die Verfügungsgewalt über die „ganze Backstub" fordern, beschränken sie sich heute bei dem schwachen Stand des Klassenkampfes natürlich auf die Forderungen, die auch im Kapitalismus denkbar und durchsetzbar sind. Auf dem Gebiet der praktischen Politik gibt es auch keine wesentlichen tiefer greifenden Differenzen in dem NLO. Alle Strömungen unterstützen z.B. die Forderungen der Lokführer nach einem eigenen Tarifvertrag und wesentlichen Lohnerhöhungen, besonders die radikale Kompromisslosigkeit spricht doch alle von uns an. Ganz anders aber sieht das bei der Frage der Organisation aus. Die WASG, woher ja wir meisten kommen, war eine typische parlamentarische Partei. Es hat vollkommen gelangt, wenn die Mitglieder zu den Wahlen kamen, Vorstands- oder Kandidatenwahlen. Es wurde nur im Rahmen des DGB's zu Demonstrationen aufgerufen, und dann kamen auch nur die Gewerkschaftssekretäre, die Marxisten und ganz vereinzelte Nichtmarxisten. Die Basis beschränkte sich auf die Wahlen, das genügte Ihnen. Die Parteivorderen werden das schon machen. Nun haben sich die Kritiker entschlossen, eine antikapitalistische Organisation, das NLO zu gründen. Man sah die außerparlamentarische Aktion als das wesentliche Standbein an. In der Aktion sammelt man mit dem Klientel zusammen gemeinsame Erfahrung und verändert somit gemeinsam sein Weltbild. Wir haben unseren Blick gerichtet in die Zukunft, ständiges Lernen, ständige Veränderung wird unser Bild prägen, die NLO wird in einem Prozess ein immer neues Erscheinungsbild annehmen. So, wie die Marxisten lernen müssen, sich in ihren Forderungen auf die reformistischen zu beschränken, so müssen die Nichtmarxisten in einer antikapitalistischen außerparlamentarischen Organisation lernen, selber aktiv zu werden. Nichtaktive Mitglieder würden den Lernprozess nicht mitmachen und jegliche Entwicklung nur hemmen. In der Frage der Organisation muss die außerparlamentarische NLO eine Praxis wie eine marxistische Organisation sich aneignen, wie wir das in der GDL-Soliarbeit schon durchführen bzw. lernen. Das betrifft noch nicht die Forderungen, geschweige das Programm, also es handelt sich hierbei noch lange nicht um eine avantgardistische Organisation. Aber in einem außerparlamentarischen Bündnis ist die gemeinsame Aktion das Ein und Alles, was anderes haben wir doch nicht zusammen. Wir haben unterschiedliche Programm- und Theorievorstellungen, nur gemeinsame Aktivitäten und Aktionsformen. Mit dem Modell von Aktiven und Nichtaktiven zusammen in einer außerparlamentarischen Organisation hat man verschiedene Geschwindigkeiten im Lernprozess schon vorprogrammiert und damit auch die Entfremdung und Spaltung. Wir müssen eine neue Organisationsform zwischen einer parlamentarischen und einer revolutionären Organisation entwickeln. Wir haben schon gute Schritte in der Richtung unternommen, scheinen jetzt aber gerade an der Frage hängen zu bleiben. Dabei haben wir doch mit dem Kölner Modell eine brauchbare Lösung für beide Seiten, dabei wird niemand ausgeschlossen und dennoch halten die Nichtaktiven die Aktiven bei ihrem Erfahrungsprozess nicht auf. Die Erfahrung der Aktiven wird ausgetauscht in den Ortsgruppen und in einer yahoogroop und kumuliert sich in der VV, bzw. dazwischen im Rat. Die Inaktiven oder in anderen Parteien aktiven tauschen sich in einer nlo-Forumsyahoogroop aus, wo auch die nlo-Mitglieder, die daran interessiert sind, adressiert sind. Dort können sich alle Forumsgroop-Mitglieder selber ihre Moderatorengruppe wählen. Darüber hinaus kann man sich noch weitere Rechte vorstellen, z.B. dass sie bei einer Verbingsgruppe mitentscheiden können oder ein bestimmtes Rede- und Antragsrecht auf der VV erhalten. Bei einem Abstimmungsrecht könnte leicht eine andere Organisation die nlo feindlich übernehmen. Mit dem Kölner Modell aber können wir trotz des Balanceaktes von einer parlamentarischen zu einer außerparlamentarischen Organisation gefahrlos allen Seiten gerecht werden. Norbert Nelte 28.10.2007
An dieser Stelle noch einmal der Kölner Antrag
Antrag der NLO-Köln an die VV und den Rat der NLO, sie mögen beschließen:
Ja 8 Nein 0 Enth. 3
Köln, 23.10.07
Begründung
Viele Aktive können sich schriftlich nicht so klar ausdrücken oder haben heute nicht die Zeit, die schriftliche Diskussion zu verfolgen. Deshalb ist das demokratischste Verfahren für verbindliche Beschlüsse heute immer noch die mündliche Debatte auf der Vollversammlung.
Anders verhält es sich bei unverbindlichen Gruppen, da gibt es keine verbindlichen Beschlüsse und deshalb kann dort auch eine Moderatorengruppe mit einem im Kapitalismus weniger demokratischen Verfahren im Internet gewählt werden. Im Kapitalismus ist die Fremdsteuerung durch die Medien sehr intensiv und deshalb ist eine gründliche Debatte gerade bei der Basisdemokratie bei verbindlichen Beschlüssen unausweichlich.
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| Letzte Aktualisierung ( 28.10.2007 ) |
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Das NLO entwickelte sich aus der bürgerlichen linken WASG heraus. Seine Mitglieder wollten den Lohnraub, die Sozialkürzungen und Privatisierungen der PDS nicht mitmachen und gründeten in Felsberg die neue Organisation. Der wesentliche faktisch andere Unterschied der NLO zur WASG ist der, dass die WASG glaubt, im bürgerlichen Parlament über eine keynesianische Politik (Führung = rechtskeynesianische, Basis = linkskeynesianische) die Umverteilung von oben nach unten leisten zu können und verbleibt daher in der bürgerlich parlamentarischen Logik, garniert wie früher bei der SPD mit noch ein bisschen außerparlamentarischen Druck, der aber letztlich die parlamentarische Arbeit der WASG, jetzt die Linke unterstützen soll.

