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Konferenz "Marxismus für das 21. Jahrhundert: Gemeinsamer Aufbruch, Fortsetzung sinnvoll Drucken E-Mail
25.04.2007
marxismuskonferenz_07_plenumVom 20. - 22. April 07 hatten antikapitalistische Wissenschaftler, Publizisten und Politiker nach Berlin zu einer Konferenz „Marxismus für das 21. Jahrhundert" eingeladen. Die letzte Konferenz dieser Art hatte 1998 mit 600 Teilnehmenden in Hannover stattgefunden.

Im Aufruf nach Berlin hieß es u.a.: „Entwicklungen in der Ökonomie und Politik des gegenwärtigen Kapitalismus erfordern eine ernsthafte Debatte unter Marxisten unterschiedlicher Richtungen und drängen nach theoretischer Verallgemeinerung. Entfesselte Konkurrenz, Massenarbeitslosigkeit, Lohndrückerei, prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse und soziale Polarisierung nehmen zu. Kriege sind wieder zum normalen Mittel der Politik geworden. Das Kapital kann eine Welt nach seinem ›eignen Bilde‹ nur deshalb schaffen, weil die Gegenkräfte schwach, zersplittert und desorientiert sind. Wir verstehen eine solche Tagung auch als Forum, um darüber zu diskutieren, wie diese Schwäche der Gegenkräfte überwunden und der Marxismus als Handlungsphilosophie progressiver Gesellschaftsgestaltung wieder Einfluß gewinnen kann."

nlostand_marxismuskonferenz_07Dieser Ansatz und ein Angebot von mehr als 30 Einzelveranstaltungen mit unterschiedlichen Themen im Rahmen der Konferenz zog über 700 MarxistInnen an. Dabei stellte die Konferenzgebühr von 18,00 Euro/ermäßigt 12,00 Euro eine Zugangshürde dar. Es ist zu vermuten, dass auch deshalb die Konferenz leider kaum von jungen Menschen besucht war.  Bemerkenswert war die Breite des vertretenen Spektrums vom Keynseanismus über den Trotzkismus bis zum Anarchismus, die solidarische Atmosphäre und die offene Diskussion.

Geholfen hat der Konferenz die Vorbereitung der Diskussionen durch die Veröffentlichung der Beiträge namhafter marxistischer Wissenschaftler in der Jungen Welt. Dabei war klar worden, dass die revolutionäre Linke u.a. an einigen Schwächen arbeiten muss, um wirklich Boden gut zu machen. So mangelt es zum Beispiel an dem Entwurf einer politischen Ökonomie für eine nachkapitalistische Gesellschaft, an einer Theorie herrschaftsfreier Institutionen und an einer konstruktiven Konfliktlösungsmethode. Die Konferenz versuchte zum Teil sich diesen Herausforderungen zu stellen. Dass dies geschehen konnte, lag daran, dass im Gegensatz zur Konferenz in Hannover  nicht nur Frontalveranstaltungen sondern auch Workshops angeboten wurden. In diesen wurde intensiv gearbeitet, während die Podiumsdiskussionen  überwiegend um den Neuformierungsprozess um die Linkspartei.PDS kreisten und wenig Vorzeigbares brachten.

Der Mitorganisator und Philosoph Robert Steigerwald begreift die Berliner Konferenz als einen Fortschritt. Er sagt: „Im Vergleich mit der Berliner Konferenz war die Konferenz in Hannover 1998 eine Volkshochschule," und denkt über eine Öffnung der Leverkusener Konferenzen „Marxistischer Dialog" nach um den produktiven Diskussionsprozess fortzusetzen.

Edith Bartelmus-Scholich, 23.4.07

 
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