| Zum Vereinigungsprogramm WASG und L.PDS: Sozialliberale Hirten für die linke Herde! |
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| 11.03.2007 | |
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Die Fusion der beiden Organisationen bestimmt natürlich das Programm. „Die programmatischen Eckpunkte widerspiegeln das Maß an Gemeinsamkeit, das sich WASG und Linkspartei.PDS auf dem Wege zu einer neuen Partei erarbeitet haben. Diese Gemeinsamkeit ist ein ausreichend stabiles Fundament, um darauf eine neue Partei der Linken zu begründen. Wir werden unterschiedliche Traditionen, Erfahrungen und Kompetenzen jener Kräfte bewahren und erschließen, die gemeinsam unsere neue Partei bilden."(2) Der vorliegende Entwurf unterstreicht dieses Zitat durch einen unbestimmten, nicht verpflichtenden Charakter. Wir finden auf knapp zwölf Seiten fünf Kapitel inklusive einer Nachbemerkung:
Es ist eine Schale ohne Kern. Die kontroversen, hochaktuellen Fragen wurden einfach in die Nachbemerkungen des Entwurfes verbannt. Der Anspruch der Linkspartei wird folgendermaßen formuliert: „Gemeinsam wollen wir eine Partei, wie es sie in Deutschland noch nicht gab - Linke einigend, demokratisch und sozial, ökologisch, feministisch und antipatriarchal, offen und plural, streitbar und tolerant, antirassistisch und antifaschistisch, eine konsequente Friedenspolitik verfolgend. Wir sind Teil der europäischen Linken, der sozialen und Friedensbewegungen."(3) Orientierung aufs Parlament Die Linkspartei hat jedoch ihr politisches Gesicht durch die bisherige Praxis bereits enthüllt. Wirtschaftspolitische Überlegungen aus den Handbüchern kapitalistischer Rentabilität und keynesianischem Krisenmanagement, Parlamentarische Fixierung, Beteiligung an bürgerlichen Regierungen und in dieser Logik Umsetzung sozialpolitischer Repression der herrschenden Klasse gegenüber den Lohnabhängigen. Zwei Organisationen mit gemeinsamen parlamentarischem Kern, einem etablierten Parteiapparat und einflussreicher Politprominenz geben sich ein programmatisches Gesicht. Wem Worte reichen, der wird hier bedient: Die AutorInnen haben sich zweifellos Mühe gegeben, linke Traditionen und Terminologien zu bedienen. Klassengesellschaft, Sozialismus und Marx-Zitate sind vorhanden. Aber die Mitglieder und Interessierten finden hier lediglich einen Wertekatalog und keine politische Handlungsanleitung vor. Das Programm ist ein Nebeneinander aus historischen Betrachtungen, soziologischen Beobachtungen, moralischen Kategorien und politischen Phrasen. Es dient in erster Linie dem Interessenausgleich vorhandener innerparteilicher Machtblöcke und der Illusion einer gleichberechtigten pluralen Sammlungsbewegung. Der spannendste Teil des Entwurfes sind die Nachbemerkungen. Hier finden wir alle ungeklärten Punkte, deren klare Beantwortung unserer Ansicht für eine zeitgenössische linke, sozialistische und klassenkämpferische Organisation unabdingbar sind:
All diese Fragen sind trotz realer Erfahrungen ungeklärt und der Entwurf weicht einer notwendigen Positionierung aus. Unsere Anforderung und Erwartung an ein Programm bzw. Programmentwurf sind dagegen klar: Anleitung zum Handeln! Es geht weniger darum, allgemeine theoretische Auffassungen zu formulieren. Vielmehr ist das Programm dazu da, die Bilanz der weltwirtschaftlichen und politischen Erfahrungen der letzten Periode zu ziehen und darauf aufbauend Strategie und Taktik auszurichten. Dabei sind folgende Tatsachen unbedingt zu beachten:
Revolutionäre Sozialistinnen und Sozialisten sollten den Programmentwurf und die kommende Programmdiskussion der Linkspartei trotzdem dazu nutzen, klassenkämpferische Fragmente aufzugreifen und in konkrete Vorschläge für die örtliche und überörtliche Bündnisarbeit einzubringen. Außerdem haben wir mit unserem eigenen programmatischen Überlegungen und speziell der Methode der Übergangsforderungen geeignete Instrumentarien zur Intervention in die Programmdiskussion.
Oskar Kuhn, erstveröffentlicht in Avanti, März 07, www.rsb4.de |
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Unter diesem Titel kann die programmatische Vorstellung der Spitzen von WASG und Linkspartei.PDS plakativ zusammengefasst werden. Seit dem 10. Dezember 2006 liegen die programmatischen Eckpunkte (1) als gemeinsamer Beschluss der Vorstände vor. Die Eckpunkte liefern das programmatische Fundament für die Mitte 2007 angestrebte Verschmelzung der beiden Parteien zur Linkspartei durch Beitritt der WASG zur L.PDS.

