| Gesundheitsreform : „Bleiben Sie gesund - anders wär nämlich schlecht" |
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| 14.01.2007 | |
Chronisch Kranke, alte und behinderte Menschen sowie Geringverdiener sind die Verlierer, Pharmaindustrie und Reiche die Gewinner
Die SPD versucht die Gesundheitsreform mit dem Argument zu verkaufen, daß zum ersten Mal in der deutschen Sozialgeschichte eine Versicherungspflicht für alle eingeführt werde. Die Kassen mit Überschüssen z.B. in Regionen mit geringer Arbeitslosigkeit können das Leistungsangebot entweder ausweiten oder die Überschüsse vergüten, während die Kassen in Armutsregionen mit hoher Arbeitslosigkeit ihr Leistungsangebot reduzieren können und die Defizite auf ihre Versicherten durch zusätzliche Beiträge abwälzen können. Derweil steigt die Arbeitslosigkeit weiter, die Gehälter schrumpfen großflächig unter die Armutsgrenze und durch den durch die Regierung voran getriebenen Ausbau des Niedriglohnsektors wird somit auch erheblich weniger Geld als erwartet in den Gesundheitsfonds eingezahlt werden können.
Auf diese Weise öffnet sich die Schere zwischen armen (ostdeutschen) und reichen (süddeutschen) Regionen auf der einen Seite und diejenige zwischen armen und reichen Teilen der Bevölkerung. Versicherung der Kinder wird steuerfinanziert Zur Senkung der Lohnnebenkosten sollen die heute beitragsfrei mitversicherten Kinder künftig aus Steuermitteln versichert werden. 2008 sind dafür 1,5 Milliarden Euro vorgesehen, im Jahr darauf 3,0 Milliarden. Für die kommende Legislaturperiode sind noch höhere Summen vorgesehen. Für die gesamten Kinder-Krankheitskosten werden etwa 16 Milliarden Euro gebraucht. Aus welchen Steuertöpfen das Geld kommen soll, ist offen - Steuererhöhungen wird es nach dem Willen der großen Koalition zunächst nicht geben. Die strittige Frage der Steuererhöhungen ist auf die nächste Legislaturperiode vertagt. Kinder Privatversicherter sollen nicht einbezogen werden Auf die Versicherten kommen erhebliche Mehrbelastungen bei gleichzeitigen Leistungskürzungen der Kassen zu:
- Da die Krankenkassen vor Einführung des Fonds ihre Schulden abbauen müssen kam es bereits zum Jahresbeginn 2007 zu massiven Beitragserhöhungen. Insbesondere die AOK-Vorstände erhöhten die Beitragssätze um bis zu 1,6 Prozentpunkte. Spitzenreiter ist die AOK Rheinland-Pfalz, die ihren Beitragssatz von derzeit 14,8 Prozent auf 16,4 Prozent anhebt. - Die Bundesagentur für Arbeit soll künftig den Zusatzbeitrag für ALG-II-Empfänger - bei Härtefällen - bezahlen. Völlig offen bleibt, wer als Härtefall anerkannt wird. - Sämtliche Krankenkassen werden insolvenzfähig. Das kann damit für die Versicherten dazu führen, dass Behandlungen nur noch gegen Vorkasse gewährt werden, um sich gegen das Insolvenzrisiko abzusichern. - Bei der Vergütung der niedergelassenen Ärzte wird ab 2009 das komplizierte Punktesystem abgeschafft und durch eine neue Gebührenordnung mit festen Euro-Preisen ersetzt. Die bisherige Deckelung der Ärztebudgets läuft damit aus, Ärzte erhalten für medizinisch notwendige zusätzliche Leistungen zusätzliches Honorar. - Der weitere Anstieg der Arzneimittelpreise durch patentrechtlich abgesicherte Monopolpreise der Pharmaindustrie wird in 2007 ungebremst weitergehen und zu weiteren Erhöhungen der Beitragssätze führen.
Die Bilanz der Gesundheitsreform aus Sicht der kapitallosen Menschen ist erschreckend. „Bleiben Sie gesund - anders wär nämlich schlecht"
Peter Weinfurth, 13.1.07 |
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| Letzte Aktualisierung ( 18.01.2007 ) |
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Chronisch Kranke, alte und behinderte Menschen sowie Geringverdiener sind die Verlierer, Pharmaindustrie und Reiche die Gewinner

