| Für eine glaubwürdige neue linke Partei. - Kämpft mit uns für "Rote Linien" im Parteibildungsprozess |
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| 21.09.2006 | |
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Die Linkspartei.PDS hat in Berlin bekommen, was sie verdient. Sie hat neoliberale Politik mitgestaltet, den Sozialstaat umgebaut, die öffentliche Daseinsvorsorge privatisiert. Diese Politik ging zu Lasten von Erwerbslosen, und Geringverdienenden. Für Erwerbslose gab es Ein-Euro-Jobs und Zwangsumzüge, für Beschäftigte im öffentlichen Dienst Gehaltskürzungen, für viele Mieter den Verkauf ihrer Wohnung. Im Wahlkampf wurde ein "Weiter so!" verkündet. Die Wählerinnen und Wähler sagten: "Nein, danke!" Die Linke in der Linkspartei fordert nun einen Kurswechsel ein. Das Machtkartell der Fraktions- und Parteispitzen verweigert sich dem. In Berlin wollen Wolf und Lederer die Regierung mit der SPD fortsetzen. In Mecklenburg - Vorpommern wäre die Linkspartei sogar bereit mit der FDP zu regieren. Gleichzeitig wird in Sachsen - Anhalt das neoliberale Programm fortgeschrieben. Der Leitantrag zum Landesparteitag am 23./24. September 06 überholt die Sozialdemokratie rechts. Mit dem Grundsatzpapier "Abschied und Wiederkehr" melden die Funktionseliten der Linkspartei.PDS ihren Führungsanspruch auch für die zukünftige linke Partei an. Wenn sie sich durchsetzen, wird sich diese Partei wie die Linkspartei.PDS nicht an den Interessen der kapitallosen Bevölkerungsmehrheit, sondern an neoliberalen Kernthesen wie dem Primat der Haushaltskonsolidierung und der Verschlankung des Staates orientieren. Die Wählerinnen und Wähler werden sich enttäuscht von ihr abwenden.
Damit die neue linke Partei anziehend für viele Menschen wird, muss vor ihrer Gründung eine Abkehr von der neoliberalen Politik der Linkspartei.PDS erfolgen. Zusätzlich muss die Machtkonstellation aufgelöst werden, die die PDS in diese Sackgasse manövriert hat. Dazu brauchen wir "rote Linien" für Programm und Statut, die nicht aufgegeben werden dürfen. Wir sind sicher, dass die folgenden Forderungen in der WASG mehrheitsfähig sind und gleichzeitig die Minimalbedingungen für einen Erfolg des Parteibildungsprozesses darstellen: Wenn die Entwicklung so fortschreitet, wird nur eine Minderheit der WASG - Mitglieder der neuen linken Partei beitreten und diese Minderheit wird aufgesogen. Sie wird weder auf die Politik der östlichen Landesverbände noch auf die Bundespolitik Einfluss haben. Diese Politik wird im wesentlichen neoliberal bleiben. Damit wird auch ein Massenaufbruch in diese Partei ausbleiben und die kapitallose Bevölkerungsmehrheit wird nicht auf sie orientieren. Es wird keinen guten Grund für Linke oder bewegungsorientierte Menschen geben in dieser Partei mitzuarbeiten. Die antikapitalistischen Kräfte werden in einer solchen Partei diskreditiert, marginalisiert und frustriert. In den gesellschaftlichen Kämpfen werden sie fehlen, während sie in der Partei um einen zweifelhaften Einfluss ringen. Im Ergebnis wird die Linke dabei nicht gestärkt, sondern aufgerieben werden. Die antikapitalistischen Kräfte sollten daher alle gemeinsam für "rote Linien" kämpfen. Zuletzt: "Rote Linien" müssen auch solche sein. In Bittstellermanier vorgetragene Wünsche werden sicher ignoriert. Nur die klare Ansage, dass große Teile der Mitgliedschaft der Auflösung der WASG nicht bedingungslos zustimmen werden und, dass gegen eine neoliberal agierende Neue Linke wieder eine politische Kraft aufgebaut wird, bietet Aussicht auf Erfolg. Die WASG - Spitze kann ihre Hoffnungen eigene Ziele zu erreichen abschreiben, wenn sie tausende Mitglieder verliert. Die Funktionseliten der PDS fürchten nichts mehr als eine glaubwürdige linke Alternative zu ihrer Politik. Diese letzte Chance eine anti-neoliberale linke Partei ohne einen längeren und schwierigen eigenen Neuaufbau zu schaffen wollen wir nutzen. Wir rufen alle Mitglieder der WASG auf: Kämpft mit uns für "rote Linien"!
21.9.06 |
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| Letzte Aktualisierung ( 18.01.2007 ) |
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Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin hat die Linkspartei.PDS die Hälfte ihrer Wählerinnen und Wähler verloren. Mehr als 180.000 Menschen haben sich von ihr abgewandt.

