| Junge Welt, 22.5.06: Lucy nicht allein zu Haus |
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| 21.06.2006 | |
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WASG-Oppositionelle trafen sich in Kassel. Kritik am Vorgehen gegen den Berliner Landesverband bekräftigt. Vernetzung mit PDS-Linken angestrebt Veränderung beginnt mit Opposition. Darauf setzen die Kritiker am Kurs des Bundesvorstandes der Wahlalternative, die sich am Sonnabend zu einer Konferenz der WASG-Opposition in der Kasseler Volkshochschule trafen. Sie folgten einem Aufruf von Edith Bartelmus-Scholich und Michael Aggelidis vom Landesvorstand Nordrhein-Westfalen. Noch auf dem Bundesparteitag vor drei Wochen in Ludwigshafen hatte man sich zum Nachsitzen im Nordhessischen verabredet. Eine Mehrheit der Delegierten sprach sich dort gegen einen eigenständigen Wahlantritt des Berliner Landesverbandes in Konkurrenz zur Linkspartei.PDS aus und ermächtigten den Bundesvorstand, gegen die hauptstädtischen Rebellen vorzugehen. Mit gekonnter Parteitagsregie ließen die WASG-Frontleute um Oskar Lafontaine und Klaus Ernst eine kompromißlose Linie legitimieren - um den Preis neuer innerparteilicher Gräben. Die oppositionellen Kräfte befürchten, daß Pluralismus und demokratische Kultur in der WASG untergepflügt werden sollen. Kritische Köpfe und neue Mitstreiter aus den sozialen Bewegungen könnten verprellt werden und sich aus der politischen Arbeit zurückziehen. Auch dagegen sollte in Kassel eine Auffanglinie gebildet werden. Kein Super-GAU
Etwa 250 Teilnehmer fanden sich ein, um zu beraten, wie der oppositionelle Flügel zu formieren sei und stärker zusammenwirken könne. In den fünf Arbeitsgruppen wurde nicht nur der zeitlosen Frage nachgegangen, was sich autoritären Methoden eines Parteiaufbaus entgegensetzen läßt. Lebhaft, aber WASG-überdurchschnittlich harmonisch wurden Fragen wie das Wechselverhältnis zwischen Partei und sozialen Bewegungen oder Grenzen und Möglichkeiten antikapitalistischer Politik im Parlament debattiert. Zahlreich vertreten war der opponierende Berliner Landesverband. Lucy Redler, die für diesen weiterhin zu den Abgeordnetenhauswahlen im Herbst antreten will, warb in ihrer alten Heimatstadt noch einmal für die Konkurrenzkandidatur der WASG in Berlin. Diese sei kein Super-GAU für die neue Linke - wie die jetzige Regierungsbeteiligung der Linkspartei.PDS in Berlin -, sondern werde das Profil einer neuen Linkspartei letztlich schärfen, so ihre Dialektik. Bei unterschiedlichen Auffassungen zu Sinn oder Unsinn des Wahlantrittes war das Votum der Konferenzteilnehmer eindeutig: ein klares Nein zur Absetzung der Landesvorstände von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Diese Verbände stünden mit ihren Entscheidungen auf dem Boden des WASG-Programms.
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| Letzte Aktualisierung ( 18.10.2006 ) |
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